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Es war wieder einer dieser regnerischen Tage in London. In der Bakerstreet 1 im ersten Obergeschoss klingelte der Wecker. John Miles quälte sich verschlafen aus dem Bett. Durch die dunklen Vorhänge sah er das schlechte Wetter noch nicht. Er stolperte über den bunten Teppich als er durch den langen Flur mit den vielen bunten Bildern ging. Beim Betreten der Küche schaute er noch verschlafen auf die blaue Uhr. „Acht Uhr“, murmelte er vor sich hin. Er ging weiter zum Kühlschrank. Die Ernüchterung war groß als er sah, dass nur noch eine Flasche Ketchup, die seit zwei Wochen abgelaufen, und ein braunes Ei da waren. Er ging ins Bad und guckte in den großen Spiegel. „Wieder eine Falte mehr!“, meckerte er mit sich selbst. Dann fing er an sich zu rasieren. Danach ging er ins Schlafzimmer und holte eine blaue Jeans und ein schwarzes zerknittertes Hemd aus seinem Schrank. Dann ging er aus dem Haus, auswärts ein Frühstück einzunehmen. Er ging in das Starcake, sein Lieblingscafé am Piccadilly Circus. Dort bestellte er sich ein Toast mit Speck und einen schwarzen Kaffee. Dann schlug er die Zeitung auf. Nach dem Frühstück ging er in Richtung St. Pauls Cathedral, wo er einen Zettel mit der Aufschrift „John, du bist tot!“ fand. Plötzlich sprang ein dunkel gekleideter Mann aus dem Gebüsch neben ihm. Beim näheren Ansehen sah er, dass es sein alter Freund Paul Parker war. „He! Double P.! Hast du mich erschreckt! Lass mich raten: Das warst du mit dem Zettel!“, sagte er mit einem Grinsen. „Ja, kleiner Witz! Ich muss unbedingt mit dir reden!“, antwortete er. Die alten Freunde gingen ein Stück zusammen. „Es verschwinden im Moment viele reiche Kinder. Vielleicht kannst du ja mal ein Auge drauf werfen“, sagte Paul mit ernster Stimme. John verstummte für einen Augenblick. Dann fragte er ernst: „Geht es um eine bestimmte Person?“ „Ja, um David Burghman. Er ist der Sohn von Peter und Linda Burghman. Davids Vater hat eine Firma für Computerchips“, erklärte ihm Paul. In diesem Augenblick klingelte sein Handy: „Dreee! Dreee!“ „Kommissar Parker?” Aus dem Hörer drang eine laute und wütende Stimme: “Wo sind sie schon wieder? Ihr Schreibtisch läuft fast über! Kommen Sie sofort zurück!“ Eilig sagte Paul: „Ich muss los! Pass bitte auf, dass der Junge nicht auch entführt wird.“
John nickte zustimmend und machte sich auf den Weg. Unterwegs fielen ihm viele Gedanken ein. Wer kann bloß ein Motiv haben? Warum entführt jemand Kinder? Nur wegen des Geldes?
Als er an der riesigen Villa angekommen war, schellte er sofort. Die Haushälterin öffnete. „Ist Mrs. Burghman zu Hause?“, fragte er vorsichtig. „Mrs. Burghman ist im Salon. Worum geht es?“, antwortete sie hochnäsig. „Es geht um ihren Sohn. Lassen Sie mich bitte herein!“, sagte er jetzt etwas lauter. Und so ließ sie ihn mit tiefer Miene herein. „Mrs. Burghman? Ich bin John Miles. Ich bin Detektiv. Es geht um Ihren Sohn. Kann ich ihn einen Moment sprechen?“ Mrs. Burghman starrte mich einen Moment lang fragend an und fragte darauf: „Um meinen Sohn? Was ist mit ihm? Hat er etwas angestellt?“ Dann erklärte John: „Nein, nein! Er hat nichts gemacht. Es geht darum, dass die Polizei viele Warnungen bekommen hat, dass reiche Kinder entführt werden bzw. zwei wurden es schon. Sie sind zwar wieder da, aber reden kein Wort darüber. Und wir denken, dass Ihr Sohn in Gefahr ist.“ „Ich finde, wir sollten mit meinem Sohn selbst darüber reden. Ich meine, damit er sich selbst schützen kann und dann lernen sie ihn auch gleich kennen“, antwortete sie sehr gelassen. Dann ging sie hoch, um ihren Sohn zu holen. „Ahhh!“, ertönte auf einmal ein Schrei. John lief so schnell er konnte hoch. Mrs. Burghman stand stocksteif vor dem Zimmer ihres Sohnes. John blieb der Atem weg. Er schaute erschrocken in das Zimmer des Jungen. „Oh, nein, David! David! David!“, schrie Mrs. Burghman durchs Haus. Aber keiner antwortete. Auf einmal brach sie in Tränen aus. „David!“, rief sie mit verheulter Stimme. In der Zwischenzeit sah John sich im Zimmer des Jungen um. Nachdem sich Mrs. Burghman etwas beruhigt hatte, stellte er ein paar Fragen: „Mrs. Burghman, wann haben Sie Ihren Sohn das letzte Mal gesehen?“ „Heute am frühen Mittag, so gegen 12:30 Uhr. Ich kam gerade von einem Meeting wieder und David hatte schulfrei! Und er saß an seinem Schreibtisch und lernte. Dann saß ich im Salon und muss eingeschlafen sein. Kurz bevor Sie dann kamen, wurde ich wach“, erklärte sie ihm noch etwas verheult. „Es ist wohl besser, Sie rufen erst mal Ihren Mann an! Ich rufe dann die Polizei. Mein Freund arbeitet dort. Sie können sich darauf verlassen, dass wir Ihren Sohn lebend wieder zu Ihnen zurückbringen!“, meinte John. Dann nahm er sein Handy heraus und rief Paul an. Paul hatte noch nicht ganz abgehoben, da murmelte er schon: „Er ist weg! David Burghman ist verschwunden. Er wurde heute um 12:30 Uhr das letzte Mal gesehen. Kommt bitte sofort zum Haus der Burghmans.“ Dann legte er auf. Im selben Augenblick hörte man Mr. Burghman schon durch die Tür kommen. „Oh, Schatz! Ich bin nach deinem Anruf sofort aus dem Meeting. Was ist denn passiert?“, fragte Mr. Burghman völlig aufgelöst. Darauf antwortete Mrs. Burghman, während sie ihrem Mann in die Arme lief: „David ist verschwunden und ...!“ Da schellte es auch schon. John machte ihnen die Tür auf. Vor ihm stand Paul. „Was ist passiert? Die Verbindung war so schlecht!2, fragte Paul besorgt. „Komm erst mal rein!“, antwortete ihm John. Auf dem Weg zu Mr. und Mrs. Burghman erklärte John Paul die ganze Geschichte. „Mr. Burghman? Mrs. Burghman? Ich bin Kommissar Paul Parker. Wir werden Ihren Sohn finden!“ Während Paul sich mit Davids Eltern unterhielt, sah John sich etwas im Haus um. „Moment mal! Wo ist die Haushälterin?“, dachte John laut für sich. „Ich bin hier!“, zickte sie John an. „Nach der ganzen Aufregung bin ich in die Küche gegangen und habe Mrs. Burghman eine schöne Tasse heißen Tee gemacht. Ist das verboten?“, fragte sie noch hinzu. „Haben Sie vielleicht in letzter Zeit irgendetwas Merkwürdiges bemerkt oder gesehen?“, fragte John weiter. „Nein! Oder doch! Seit ein paar Tagen schleicht ein Mann immer um das Haus herum. Ich wollte ihn schon ein paar mal ansprechen, aber immer, wenn ich das versucht habe, lief er weg. Er sah sowieso ganz komisch aus. Als ob er gerade aus dem Gefängnis kam“, erzählte sie dem Detektiv. Also fragte John weiter: „Sie wissen also noch, wie er aussieht? Würden Sie vielleicht helfen, bei der Polizei ein Phantombild zu erstellen?“ „Wenn das David wiederbringt, natürlich!“, antwortete sie und machte sich wieder an die Arbeit. John ging zu Paul. „Paul, die Haushälterin hat mir erzählt, dass sie seit ein paar Tagen einen Mann gesehen hat, der immer um das Haus geschlichen ist. Nehmt sie mit und macht ein Phantombild. Ich muss nach Hause. Ich gucke mal, ob ich irgendwas über die Familie finde“, meinte John zu Paul und ging nach Hause. Nachdem er angekommen war, ging er an sein Laptop und suchte nach Informationen, als plötzlich sein Handy klingelte. Es war Paul. Er sagte: „Wir haben den Mann schon in unserer Akte. Es ist Alex Ruddock. Er kam wirklich gerade aus dem Gefängnis. Er lebt momentan bei seiner Mutter. Wir haben schon eine Streife dorthin geschickt. Warte, ich hab noch wen auf der anderen Leitung, bin gleich wieder da... düddüddüddüd ... Schnell! Es ist Mr. Burghman. Er sagt, ein Ex-Mitarbeiter steht vor seiner Tür und macht Randale!“ Dann legte er au. John zog sich schnell seine Jacke und seine Schuhe an und fuhr schnell mit seinem Auto zu den Burghmans. Als er ankam, war Paul mit seinen Leuten schon da. Sie hatten den Mann schon festgenommen und nahmen gerade seine Personalien auf. John ging zu Paul, der gerade mit Mr. und Mrs. Burghman sprach. „Wer ist das?“, fragte John dazwischen. „Das ist Steven Watson, ein Ex-Mitarbeiter! Er hat sich mal wieder über seine Kündigung beschwert. Letztens meinte er: >>Das werden Sie büßen!<<“, erklärte ihm Mr. Burghman. Darauf fragte John: „Warum haben Sie ihm gekündigt? Sie werden es büßen? Kann es nicht sein, dass er Ihren Sohn entführt hat?“ „Mr. Watson? Kann ich mir nicht vorstellen. Er hat doch selber Kinder“, antwortete er. „Wir nehmen ihn aber erst mal mit auf´s Revier“, fügte Paul hinzu. „Wo ist Ihre Frau?“, fragte John Mr. Burghman noch. „Sie ist im Haus. Das war alles ein bisschen viel für sie. Ist denn was Wichtiges? Vielleicht kann ich Ihnen ja helfen“, antwortete Mr. Burghman besorgt. Doch John antwortete: „Nein, leider nicht!“ Er ging in den Salon und zu Mrs. Burghman. „Hallo!“, fragte er. Mrs. Burghman sagte: „Mr. Miles! Was machen Sie denn hier? Haben Sie etwas Neues herausgefunden?“ „Ich muss Sie jetzt fragen, was Ihnen eventuell unangenehm sein kann. Kennen Sie einen Ronald Rice? Er müsste Ihnen bekannt sein!“, meinte John mit einem komischen Blick. Mrs. Burghman überlegte einen Moment Dann antwortete sie: „Nein! Muss ich diesen Herrn kennen?“ Ihr Blick wurde nervöser. „Eigentlich schon, denn sie hatten ja bis vor drei Monaten noch eine Affäre mit ihm!“, flüsterte er ihr zu. „Woher wissen Sie das? Spionieren Sie mir nach? Sagen Sie nichts meinem Mann!“, bat sie ihn. „Ich habe einen unveröffentlichten Artikel i Internet gefunden. Sie haben der London Times damals 1000 Pfund gegeben, damit er nicht veröffentlicht wird, aber sie haben nur eine Kopie bekommen. Wir werden Ihrem Mann das wohl erzählen müssen, denn Ronald Rice kommt auch als Verdächtiger in Frage!“, fuhr er fort. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ronald etwas damit zu tun hat. Immerhin liebte er mich doch“, fügte sie noch ein. „Vielleicht wollte er Sie so verletzen, wie sie ihn verletzt haben!“, hielt John dagegen. Plötzlich klingelte das Telefon. Mrs. Burghman ging ran.
„Hallo!”, zischte sie hinein. „Mama?“, fragte eine weibliche Stimme. „Susanna? Bist du das? Was ist?“, fragte sie jetzt etwas freundlicher zurück. „Ja, ich bin es! Mich rief vorhin die Polizei an, dass David entführt wurde. Stimmt das?“, fragte sie etwas besorgt. „Ja, das stimmt. Wo bist du gerade?“, fragte ihre Mutter zurück, doch das Gespräch war auf einmal unterbrochen. „Wer war das?“, fragte John. Doch Mrs. Burghman winkte ab: „Das kann ich Ihnen nicht sagen. Wenn mein Mann davon erfährt, ist die Hölle los. Aber eins sage ich Ihnen: Es war nicht Ronald.“ „Sie können mir vertrauen. Aber wer es auch war, er wusste von dem Fall!“, sagte John vertrauensvoll. „Es, es war Susanna, unsere älteste Tochter. Mein Mann und ich entschieden uns damals, sie abzugeben, weil es so ein schlechter Zeitpunkt war. Aber seit 3 Jahren hab ich wieder Kontakt zu ihr. Mein Mann fand es besser, keinen Kontakt mehr zu ihr zu haben – auch wegen David. Aber Susanna war das nicht. Für sie lege ich meine Hände ins Feuer“, erklärte sie ihm. „John!“, rief plötzlich jemand. „Wir fahren jetzt auf die Wache!“ Es war Paul. „Ja, ich werde dann jetzt auch mal mit“, sagte John hastig zu ihr und stieg dann in sein Auto. Auf dem Revier trafen sie auch die Polizisten, die bei Axel Roddock waren. Einer von ihnen sagte: „Axel Roddock ist raus. Er hat für den ganzen Tag ein Alibi. Wir haben es auch schon überprüft. Es stimmt.“ „Dann bleiben noch Susanna Burghman, Ronald Rice und Steven Watson!“, dachte er so für sich und dann fragte er: „Ihr habt doch heute mit Susanna Burghman gesprochen. Was ist mit der?“ „Keine Chance! Sie hat auch ein Alibi. Sie war auf dem Flug Chicago – London“, sagte jetzt ein anderer. „Ihr passt hier auf Watson auf. Ich muss mal kurz weg“, sagte John zu den Polizisten und fuhr zu Ronald Rice. Er klopfte an und ein sehr gut aussehender Mann machte ihm die Tür auf. „Hallo! Kann ich Ihnen helfen?“, fragte er. „Vielleicht schon. Sind Sie Ronald Rice? Wenn nicht, wissen Sie, wo ich ihn finde?“ fragte John. „Ja, ich bin Ronald Rice. Mit wem habe ich die Ehre?“, fragte er sehr freundlich. Ich bin John Miles, ich bin Detektiv. Sie hatten doch mal eine Affäre mit Mrs. Burghman, nicht?“, fing John sofort an. „Das müssen wir doch nicht an der Tür bereden. Kommen Sie doch hinein. Also, ja. Ich hatte eine Affäre mit ihr und ich liebe sie auch immer noch. Aber sie hat sich für ihren Mann entschieden und das muss ich akzeptieren. Warum fragen Sie das alles überhaupt?“, wunderte er sich. „David, ihr Sohn, wurde entführt. Was haben Sie gestern zwischen 12:00 Uhr und 14:50 Uhr gemacht?“, fragte John. „Na ja, ich war hier und habe Fernsehen geschaut“, sagte er gelassen. „Und gibt es dafür Zeugen? Was haben Sie denn geguckt?“, fragte John. „Ich war allein. Ich weiß nicht mehr, was ich geschaut habe. Ich glaube eine Kochsendung. Sie glauben doch nicht wirklich, dass ich den Jungen entführt hab´?“, fragte er jetzt etwas nervöser. „Also, ich glaube, dass Sie jetzt einer der Hauptverdächtigen sind, da Sie kein Alibi haben. Sie kommen jetzt mit auf´s Revier. Da müssen Sie Ihre Aussage wiederholen. Ronald Rice zog sich seine Schuhe an und fuhr mit John auf´s Revier. Als beide ankamen, wollte John mit Steven Watson sprechen, aber er war nicht mehr da. Er wollte gerade einen Polizisten fragen, als das Telefon bei Paul klingelte und Mrs. Burghman verzweifelt dran war. Sie sagte zu ihm: „Der Entführer hat gerade angerufen. Er will 500.000 Pfund bis 22 Uhr, sonst sehen wir unseren Sohn nie wieder! Oh, mein Gott! Ich weiß nicht, was ich tun soll!“ „Bleiben Sie ganz ruhig. Wir kommen sofort!“, sagte Paul und rief alle zusammen. Auch John sollte mitkommen.
Am Haus angekommen saß Mrs. Burghman schon verzweifelt im Salon. Die Haushälterin öffnete wieder die Tür. Sie sagte schnippisch: „Die Herren von der Polizei! Wurde ja auch mal Zeit, dass Sie kommen. Mrs. Burghman ist im Salon.“ Sie gingen zu ihr. „Mrs. Burghman, keine Angst! Sie bekommen Ihren Sohn wieder. Das ist Ashley. Sie wird für Sie die Geldübergabe machen. Für Sie ist es zu gefährlich. Wie war es denn genau?“, fragte Paul gespannt. „Also kennen Sie das Starcake? Da ist mein Sohn und wartet auf mich. In den Müll dort soll ich mein Geld werfen“, sagte sie mit einer dünnen Stimme. „Dann setzen wir Leute in das Café und rund herum. Ashley, mach dich fertig! Es geht gleich los.“ Auf dem Weg zum Starcake gingen John viele Gedanken durch den Kopf. Plötzlich rief Mrs. Burghman: „Da ist er! Da ist David!“ Ashley ging zu ihm. „Hi, David! Ich bin Ashley. Deine Mama sitzt dort im Auto. In der Tasche ist dein Lösegeld. Komm, wir gehen jetzt zu deiner Mama“, sagte Ashley ganz ruhig und voller Vertrauen. David überlegte einen Moment, ging aber trotzdem mit. Sie setzten sich in den Wagen, in dem Davids Mutter saß, und fuhren weg. Eine halbe Stunde später kam ein verhüllter Mann zum Müll. Es war Steven Watson. Er wurde von den anderen überwältigt.“ |