Es war wieder einer dieser schrecklichen Tage, wo ich von dem prasselenden Regen geweckt wurde. Ich quälte mich aus meinem Bett und nahm erst mal ein schön heißes Bad.
Ich bin übrigens Peter Jefferson und von Beruf Detektiv.
Ich machte mich für meinen Tag im Büro fertig, als plötzlich das Telefon klingelte. Es war meine Sekretärin, die mir mitteilte, dass ich für heute frei bekommen hatte. Natürlich freute ich mich so ein bisschen, wusste aber auch nicht, was ich den ganzen Tag anfangen sollte.
Am nächsten Tag ging ich dann aber wirklich in mein Büro. Ich holte meinen Audi TT aus meiner Garage und fuhr los. Bei der Arbeit angekommen begrüßte ich erst mal alle, bis ich schließlich in meinem Büro ankam. Ich wartete jetzt schon seit 2 Stunden auf einen Anruf, aber es kam und kam nichts.
Nach drei vergangen Stunden klingelte endlich das Telefon. Es war die alte Frau Huber, die mich anrief, weil sie irgendetwas Verdächtiges in ihrem Nachbarhaus bemerkt hatte. Natürlich sprang ich sofort auf und machte mich auf den Weg, denn auch so ein kalter Wintertag konnte mich nicht von meiner Arbeit halten.
Der einzige Nachteil war, dass es schon stockduster war, obwohl es erst viertel nach fünf war, aber das war ja normal, schließlich war es Winterzeit. Ich fuhr schnell über die A1, das war eine Abkürzung, aber da täuschte ich mich gewaltig, denn auf der A1 war ein 5 Kilometer langer Stau.
Es dauerte eine halbe Stunde, als ich endlich aus der Blechlawine raus kam. Nachdem ich bei Frau Huber ankam, waren noch 5 andere Streifenwagen vor dem Haus 67 in der Hansstrasse. Vor dem Haus fing mich mein Kollege und Freund Hubert Koschowski ab.
Wir begrüßten uns und klingelten an dem Haus, aber es öffnete niemand die Türe. Nach zwei weitern fehlgeschlagenen Versuchen brachen die Streifenpolizisten die Tür auf. Wir durchsuchten das ganze Haus, jedoch vergebens.
Plötzlich rief einer meiner Kollegen "Oh mein Gott, schnell, kommt einmal ins Badezimmer, das müsst ihr euch ansehen!" Als wir alle ins Badezimmer rannten, fanden wir sie. Es war die alte Frau Sabine Paschulke. Sie lag leblos in einer vollgelaufenen Badewanne. Wir riefen sofort die Spezialeinheit und ließen die 58 Jährige in die Autopsie bringen, um herauszufinden, wer die alte Frau Paschulke wie umgebracht hatte.
Als schon alle, außer mir und Koschowski, gegangen waren, entdeckte ich einen kleinen Zettel auf dem Boden neben der Wanne, wo etwas Seltsames geschrieben stand.
Auf dem Zettel stand:

Mein Kollege fragte: „Was könnte der Täter mit ‚ignorieren’ meinen?" „Es muss also einer sein, der uns kennt, uns vielleicht sogar ausspioniert", erwiderte ich. „Moment mal“, rief Koschowski, „sieh’ mal hier, ein rotes Haar, genau so ein Haar wie der Ex-Verlobte Peter Jannsen." Ich meinte: „Mhhhm, du hast Recht. Aber so eine Haarfarbe hat auch die Nachbarin, die uns Bescheid gegeben hat, wie hieß sie gleich noch... Ach ja, Gabriele Huber." „Am besten, wir gehen der Sache mal auf den Grund und statten den beiden einen Hausbesuch ab", meinte Hubert.
Am nächsten Tag fuhren wir zunächst erst mal zum Ex-Verlobten, den die Ermordete noch vor der Hochzeitsnacht wieder verließ. Als wir in die Kreuzung des Klauswegs einbogen, sahen wir, wie der 65jährige gerade wegfahren wollte. „Halt!“, schrie ich, „Sofort anhalten!" Zum Glück hörte mich Herr Jannsen noch rechtzeitig. Er fragte erstaunt, was denn los sei. Wir sprachen erst mal mit dem Mann und erzählten ihm dann, was passiert war. Nachdem wir das getan hatten, baten wir Herrn Janssen mit zum Revier zu kommen.
"Ich kann einfach nicht glauben, was mit Sabine passiert ist“, jammerte Herr Janssen während der Fahrt.
Auf dem Revier angekommen fragte Herr Janssen, ob er wohl eine Kopfschmerztablette haben könnte. Ich gab ihm eine Aspirin, in der Hoffnung, dass wir ihn dann gleich verhören könnten. Ich fragte Ihn, ob er denn jetzt in der Lage sei, etwas auszusagen. „Ich fühle mich schon besser. Ich werde es mal versuchen", klagte Peter Janssen.
Im Verhörungsraum stellte ich Peter Janssen Fragen zu Sabine Paschulke. Zum Beispiel, ob ihm irgendwas Seltsames aufgefallen sei bei Frau Paschulke, oder ob sie irgendwelche Feinde hatte?
Er antwortete: „Tut, mir leid. Sie und ich haben schon vor 3 Jahren den Kontakt abgebrochen. Das Einzige, was ich Ihnen sagen kann ist, dass sie sehr verstritten mit ihrer Nachbarin Gabriele Huber war. Denn Sie müssen verstehen: Zwei Frauen und ein Mann - das geht selten gut." „Ich verstehe, nur noch eine Frage: Was haben Sie gestern zwischen 13-15 Uhr gemacht?" Der Mann stotterte: „Ich? Wieso ich? Äh, ich habe an meinen Holzfiguren gearbeitet." „Können Sie das beweisen, gibt es Zeugen hierfür?", fragte ich nach. Janssen sah nach dieser Frage sehr blass aus. „Geht es Ihnen nicht gut, Herr Janssen?" Herr Janssen fragte, ob er wohl jetzt wieder nach Hause zurück dürfte, denn er hatte angeblich plötzlich wieder Kopfschmerzen.
"Sie dürfen gehen, wenn Sie meine Frage beantwortet haben." Er antwortete: „Also gut, ich hab´ Ihnen alles gesagt, was ich weiß, außer einer Sache." Janssen stand auf und zog einen, in einer Plastiktüte eingepackten, Revolver aus seiner Tasche.
„Diesen Revolver hab´ ich bei Frau Huber gefunden, denn wie Sie vielleicht schon rausgefunden haben, sind Gabriele und ich immer noch dicke Freunde, weil sie mir in der schlimmsten Stunde meines Lebens beigestanden hat. Als ich den Revolver bei ihr fand, steckte ich ihn mir in meine Tasche und nahm ihn mit nach Hause, denn ich wollte einfach nicht, dass Gabriele in irgendwelche Schwierigkeiten gerät, dafür hab ich sie einfach viel zu gern."
Ich nahm ihm die Waffe sofort ab und sah sie mir näher an. Beim genaueren Betrachten sah ich die Entdeckung des Tages - ein langes rotes Haar.
Ich rief sofort Koschowski zu mir: „Hubert, komm mal schnell!" „Ach, guck mal einer an, wer hätte das erwartet." „Alles klar, Herr Janssen, Sie dürfen jetzt gehen“, polterte ich zu Herr Janssen.
Bei Dienstende unterhielten Koschowski und ich uns noch einmal über den Fall. Wir sprachen darüber, dass es vielleicht doch die Nachbarin selbst gewesen sein könnte.
Am Abend kam Hubert noch zu Besuch zu mir. Wir sahen das Achtelfinal-Spiel Schweiz – Ukraine, redeten noch mal über den Fall, der uns anscheinend nicht losließ und tranken ein paar Flaschen Bier. (Nebensache war, dass die Schweiz im Elfmeterschießen mit 3:0 verlor.)
Am nächsten Tag fuhr ich zur Wache, in der Hoffnung, ein paar Neuigkeiten zu hören und, weil ich sowieso Dienst hatte. Noch auf dem Flur vor dem Büro fing mich mein Partner ab und sagte: „Bei der Autopsie der Leiche wurde festgestellt, dass die Kugel aus der Waffe von Gabriele Huber kam." „Das sind verdammt gute Nachrichten“, freute ich mich. „Am besten, wir fahren zur alten Huber, um zu hören, was sie dazu sagt."
Wir packten also unsere sieben Sachen und schon ging es los. Wir nahmen vorsichtshalber noch 2 Streifenwagen und Kollegen mit, damit auch wirklich im Falle einer Gefahr alles gut verlaufen würde.
Wir fuhren also in die Hansastraße und hielten vor dem Haus von Frau Huber. Als wir zum ersten Mal anklopften, machte aber keiner auf, beim zweiten Mal auch nicht und auch beim dritten Mal reagierte niemand.
Erst nach dem vierten Hämmern gegen die Tür gab sie sich geschlagen. „Was wollen Sie?", fragte Frau Huber auf eine patzige Art. Ich antwortete: „Wir sind hier, um Ihnen ein paar Fragen zu stellen.“ „Ich weiß nichts über die dumme Paschulke." Ich wunderte mich und fragte: „Wer hat denn jetzt von Frau Paschulke geredet?" Die alte Frau guckte ratlos und schien nicht zu wissen, was sie jetzt antworten sollte. „Nun, wir hören", sagte Hubert. Plötzlich riss die alte Huber eine Pistole hoch und schoss auf meinen Kollegen.
Ich schrie: "Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeein, Hubert!" Alle Einheiten stürzten sich auf die Frau. Hubert hielt sich die Hände vor den Bauch, verdrehte die Augen und sank zu Boden. Ich rannte zu ihm und sagte zu ihm mit verweinter Stimme: "Hey Hubi, halt durch, der Rettungswagen kommt gleich. Bitte nicht sterben, wenn du mich jetzt alleine lässt, hasse ich dich dafür."
Er sprach mit schwacher Stimme: "Peter, Peter komm ein bisschen näher, ich hatte ein wunderschönes Leben mit dir und meiner Familie, aber es soll wohl nicht mehr weitergehen. Sag meiner Frau und meinen Kindern bitte, dass ich sie liebe."
Und dann starb er ganz langsam in meinem Arm.
Ich war am Boden zerstört. Mein bester Freund - ermordet. Ich konnte mich nicht beherrschen und war ohnmächtig vor Wut. Ich stürzte auf Frau Huber zu und wollte gerade auf sie einschlagen. Die Spezialeinheit konnte mich gerade noch zurück halten, meine Waffe aus meiner Schnalle zu holen und die Alte umzulegen.
Wir fuhren erst mal alle wieder zurück zur Wache und hier war ich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit ohne meinen Partner und besten Freund Hubert. Hier angekommen trank ich erst mal 3 Whiskey hintereinander, aber nur um zu vergessen. Meine Sekretärin Melanie entriss mir das 4. Glas. Sie meinte: „Zu viel Alkohol ist nicht gut, Herr Jefferson." Ich heulte: „Ist mir doch egal, mein Leben ist sowieso nur noch ein Haufen Dreck wert, ohne Hubert."
Drei Monate später wurde Gabriele Huber wegen 2-fachen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Eine gerechte Strafe für die böse Huber, die außerdem die Bestattung von Sabine Paschulke und von Hubert Koschowski bezahlen musste.
Auf der Beerdigung von Hubi waren alle Kollegen da, sogar die, die Hubert nicht so sehr leiden mochte. Als Hubert runter in die Erde fuhr, fiel ich auf die Knie und schrie: "Warum, warum nicht ich?????"
Drei Jahre später. Ich bin jetzt schon 61 Jahre alt, wow, in zwei 2 Jahren werde ich in den Ruhestand gehen.
Übrigens bin ich nach Deutschland gezogen, um die alten Erinnerungen in der Schweiz zurück zu lassen. Ich bewohne jetzt hier in Dortmund alleine eine kleine gemütliche Wohnung. Ich hatte mittlerweile hier schon 5 Fälle, die ich alle mit meinem neuen Partner zum Abschluss gebracht habe.
Nun ja, das Leben geht weiter.
Ich mache meinen Job immer noch gerne, besuche meine Familie regelmäßig in der Schweiz und meine Tochter hat ihr erstes Kind bekommen, ich bin so glücklich endlich stolzer Opa zu sein. Haha.
Obwohl ich meinen besten Freund (Hubert "Hubi" Koschowski) nie vergessen werde, lebe ich doch eigentlich ganz glücklich und zufrieden.
Nun ja, das war also meine Geschichte über meinen letzten Fall in der Schweiz und der letzte Fall mit meinem treuesten Partner und besten Freund Hubert.
Ich verabschiede mich jetzt und sage: Servus und auf Wiedersehen! |