Krimis für euch!

Der Verdacht auf Diebstahl

Fortsetzungskrimi nach vorgegebenem Anfang von Claudia Werner

von BenjaminHier gibts Spannung pur! Unbedingt lesen!

 

 

Sarah ging durch die Dortmunder Innenstadt. Sie brauchte dringend noch ein Geschenk für Florian, ihren neuen Freund. Ein Handyanhänger war ja wohl eher was für Mädchen – also nicht. Ein Buch? Na ja. Am liebsten hätte sie ihm ein cooles Shirt gekauft, aber die, die ihr gefielen, waren unbezahlbar und halbe Sachen konnte sie nicht leiden. Sie hatte einen genialen Einfall. Sie würde einen Memory-Stick kaufen, den gab´s im Angebot und dann wollte sie jede Menge Lieder und ein paar nette Fotos abspeichern. Sie könnte ja noch ein paar witzige Sachen mit ihrem Handy filmen. Also machte sie sich auf ins Gewühle. Wie immer grinste sie der blöde Kaufhausdetektiv an der Rolltreppe an. Schwarze gegelte Haare und Muskelmann hoch 10. Sie fand solche Typen total bescheuert. Flo war ganz anders. Er hatte eine blonde Strubbelmähne und sah eigentlich immer so aus, als wenn er gerade aus dem Bett aufgeschreckt worden wäre, natürlich mit Jeans und so. Er war hoffnungslos chaotisch. Leider auch immer pleite. Sarah musste in Gedanken an ihn grinsen. Sie selbst hatte eine super Figur und immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Deswegen waren einige Mädchen aus der Klasse auch neidisch auf sie. Obwohl sie nicht immer in Markenklamotten herumlief, war sie doch bei den Jungen sehr beliebt. Eine von den Zicken aus ihrer Klasse sah sie gerade bei den Kopfhörern in der CD-Abteilung. Die hört bestimmt so´ ne Popschnulze, dachte Sarah, als sie an ihr vorbeiging. Es war mal wieder total voll und auf einmal stockte ihr der Atem. Da stand Flo – zusammen mit drei ziemlich mies aussehenden Typen, die ihn irgendwie umkreist hatten. Die Lage sah nicht sonderlich einladend aus, aber Sarah spürte, dass sie ihren Freund unterstützen musste. „Hi!“, säuselte sie. „Zisch ab, Perle!“, raunte ihr der scheinbar coolste Typ zu. „Haste mal 50 Euro, Kleines? Ich stecke echt in der Klemme!“, flüsterte ihr Florian zu. Sarah verdrehte die Augen und steckte ihm den Schein zu, den sie die ganze Zeit zwischen den Fingern gerollte hatte. „Mehr habe ich nicht!“, flüsterte sie ihm ins Ohr. „Ok, Jungs! Hier ist eine Anzahlung. Den Rest gebe ich euch später – heute Abend – Treffpunkt am Kiosk!“, stotterte Florian. Er machte auf dem Absatz mit Sarah im Arm kehrt und ließ die sichtlich genervten Typen einfach stehen. Florian und Sarah sprachen kein Wort miteinander. Sarah ging viel durch den Kopf. Was hatte Flo mit diesen Typen zu tun? Sie schlenderten wortlos noch durch die Gänge und dann ab zur Rolltreppe. Da war ja wieder dieser Super-Kaufhausdetektiv... „Darf ich mal in deine Tasche schauen?“ Jetzt guckte er nicht mehr so freundlich. „Was haben wir denn da?“, fragte er stirnrunzelnd. Sarah blickte sich verzweifelt um. Flo war nicht mehr da. Der Typ hielt ihr einen ca. 500 Euro teuren originalverpackten Camcorder entgegen...

... Sarah erschrak. Sie dachte sich: „Wie kommt der denn da rein?“ „Ich habe damit nichts zu tun, den muss mir einer zugesteckt haben!“, stotterte sie. Der Detektiv sah sie an und sagte: „Sicher doch!“ Er nahm sie am Arm und zog sie zu sich ins Büro. „So, und jetzt rufen wir erst mal die Polizei“, sprach er mit einem Grinsen im Gesicht zu ihr. Als die Polizei im Kaufhaus ankam, brachten sie den gestohlenen Camcorder wieder zurück in die Elektronikabteilung und nahmen Sarah mit auf´s Revier. Dort angekommen fand ein Verhör zwischen ihr und dem Polizei-Oberkommissar statt. „Sag mal, wieso hast du diesen teuren Camcorder geklaut?“ „Ich habe ihn noch nicht einmal berührt. Den muss mir jemand zugesteckt haben!“, schrie sie ihn an. „Hast du denn, falls dir dieser Gegenstand zugesteckt wurde, einen Beweis dafür oder vielleicht auch Verdächtige?“, fragte er sie genervt. Sarah überlegte einen Moment. Dann füllten sich ihre Augen mit Tränen. Der Oberkommissar fragte, wieso sie weinte. Sie antwortete: „Es kommt eigentlich nur eine Person in Verdacht, mein Freund Flo, denn er war, als der Camcorder bei mir in der Tasche gefunden wurde, plötzlich verschwunden.“ „Wieso ist das denn ein Grund zum Weinen?“, fragte der Oberkommissar. Sarah antwortete säuselnd: „Wir haben uns geschworen, keinen Mist zu bauen.“ „Geh jetzt erst mal nach Hause. Ich glaube dir, dass du den Camcorder nicht geklaut hast.“ Sarah bekam ein Lächeln ins Gesicht und bedankte sich bei ihm. Am nächsten Morgen kam Flo nicht in die Schule. Sarah fand dies sehr merkwürdig. Flo war nämlich immer ein zuverlässiger Schüler gewesen. Doch es wurde immer merkwürdiger. Als sie bei Flos Mutter vorbeikam, sagte sie zu Sarah „Flo war schon seit einigen Tagen nicht mehr zuhause, aber er hinterließ mir einen Zettel.“ Sarah nahm ihn und las ihn durch. Auf dem Zettel stand:

Gefaltete Ecke: Egal, wer diese Nachricht liest, er sollte mir sofort helfen!  Ich stecke in Schwierigkeiten, sucht mich irgendwo im Wald, wo man ein lautes Schreien hört.


Ich rannte sofort zur Polizei, um ihr zu sagen, dass sie im Wald nach einem Jungen namens Flo suchen sollten. Sie machten sich sofort auf den Weg. Ich bekam am Tag darauf Bescheid, dass sie Flo gefunden hatten. Ich ging zu ihm, um mit ihm über den Vorfall mit dem Camcorder zu reden. Er fing an zu weinen und seufzte: „Ich habe es nicht extra gemacht. Ich bekam den Auftrag von Elise aus unserer Klasse. Ich sollte dir das Ding in die Tasche stecken und am Ende habe die 100 Euro bekommen. Es tut mir leid.“ Sara sagte: „Mit uns ist es vorbei! Und was wollten eigentlich die drei Typen von dir?“ „Das waren Freunde von Elise. Für jeden Tag, den ich herausgezögert habe, es dir in die Tasche zu legen, musste ich 35 Euro bezahlen.“ Am nächsten Morgen wurde Flo von der Polizei abgeholt und musste aufs Revier. Er bekam eine Strafe von 150 Euro.

 
 
über das Projekt   über uns
  7c - Johann-Gutenberg-Realschule - Leitung: Claudia Werner - Unterstützung durch die Lehramtsanwärterin Frau Pöttke