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Wir schrieben auch noch einen Artikel für den Zeitungsflirt zu diesem Thema: Wenn Mütter ihre Kinder trotzdem lieb haben 3. Dortmunder Dialog – Es geht um das Wohl der Kinder 22.02.2006 - Wir – das sind Janina, Filiz und Yasmin aus dem Medienkurs der Johann-Gutenberg-Realschule - sind auf dem 3. Dortmunder Dialog, einer Fach-tagung der FH Dortmund, um eine Dokumentation in Kooperation mit dem Jugend-amt zu erstellen. Wir wussten erst einmal nicht, was uns dort erwartet. Wir dachten an eher lang-weilige Vorträge und Fachleute mit Fachchinesisch. Doch es kam anders... Neben vielen anderen Aufgaben haben wir uns den Workshop „Risikodiagnostik bei Kindeswohlgefährdung“ unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhold Schone (Fach-hochschule Dortmund), Doris Punge (Stadt Dortmund, Jugendamt), Gabriele Hoff-mann (Jugendhilfe St. Elisabeth) vorgenommen. Also los und hinein in den Raum mit 24 Teilnehmern. Wir werden freundlich auf-genommen. Ab jetzt sitzen wir mit offenem Mund und erschüttert zunächst vor dem Bildschirm. Wir sehen einen 20 minütigen Film, indem es um eine 22 Jährige Mutter geht, die mit ihren vier Kindern total überfordert ist. Moment mal! Kindesmisshandlung, Kinderleichen in der Tiefkühltruhe, Eltern mit Alkoholproblemen, Nachbarn, die weggucken, verhungerte Säuglinge, und so weiter – das kennen wir doch schon aus den Medien! In dem Film aber geht es um eine Mutter mit ihren vier Kindern, die in einer Ob-dachlosenwohnung wohnt. Die Wände sind dünn und bieten keinen richtigen Schutz vor Kälte. Die Wohnung ist dreckig und die Tapeten zerrissen. Die Bettwäsche der Kinder ist mit Kot und Urin beschmutzt. Die Hochbetten bieten keinen Schutz vor dem Runterfallen. Nicht nur die Wohnung, sondern auch die Kinder sind dreckig und haben wunde Stellen. Der 2 Jährige Rainer hat eine schwere Brandverletzung am Kopf, die immer sauber gehalten werden muss. Ein gemeinsames Zusammenessen gibt es nicht. Die Kinder bekommen ihr Brot in die Hand und essen es im Bett. Die Mutter der Kinder nimmt keine Rücksicht auf die Kinder und raucht Zigaretten in ihrer Anwesenheit. Unser erster Gedanke – dieser Frau müssen die Kinder weggenommen werden – und zwar sofort! Streicheln, Kitzeln, in den Arm nehmen und dabei fröhlich lachen. Wir können es kaum glauben, aber der Film bringt es eindeutig rüber: Die Mutter hat eine Mutter-Kind-Beziehung zu ihren Kindern. Liebe ist also trotzdem da! Von Aggressivität keine Spur. Zunächst sind wir ratlos. Doch irgendetwas muss schließlich geschehen. Nun ist die Frage, was? Hilfe ist angesagt. Eine erfahrene Fachkraft muss die Mutter aufklären, wie sie mit ihren Kindern umgehen muss: Hygiene, Ernährung, allgemeine Versorgung z.B. mit Kleidung, Förderung durch Spielsachen und so weiter sind wichtige Stichpunkte. Aber das ist gar nicht so einfach! So etwas kann nicht von heute auf morgen geschehen. Die Frau muss es wirklich begreifen. Man kann es sicher nicht erzwingen und pures Auswendiglernen nutzt hier gar nichts! Aber es gibt noch mehr Schwierigkeiten: Was ist, wenn die Mutter sich angegriffen fühlt, wenn sie gar keine Hilfe will oder annehmen kann? Was ist, wenn das Geld für z. B. vernünftiges Essen oder Spielsachen fehlt? Viele Fragen, die uns nachdenklich stimmen. Zurück zu unserem Workshop: Die einzelnen Gruppen in dem Workshop arbeiteten u.a. heraus, wie sie am besten auf die Mutter der Kinder zu gehen können ohne sie anzugreifen und sie zu über-zeugen sich helfen zu lassen. Außerdem geht es um einige neue Gesetze in diesem Zusammenhang. Auf jeden Fall nehmen wir eines für uns mit: Jeder hat die Verantwortung, darauf zu achten, was in der Nachbarschaft passiert und sollte nicht einfach wegschauen. Filiz Ceviker, Yasmin Schulte-Bertholdt, Janina Steinmann – Johann-Gutenberg-Realschule WPIIMedien 9 und 10
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| 22.02.2006 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||