22.02.2006
Titel des Workshops: ,,Hoffnungslose Fälle"?!
  Chance und Grenzen der Arbeit mit Multiproblem-
  familien  
     
Leitung des Workshops: Kerstin Blasi (Frauenzentrum Huckarde, Dortmund)
Dieter Schlattmann (Werkstatt Solidarität, Dortmund)
     
     

Die Leiter Hr. Schlattmann und Fr.Blasi haben mit vielen andere Sozialpädagogen unter anderem über Familien mit besonders großen Problemen- wie z.B. alkoholsüchtigen Eltern oder Familien mit anderen Problemen geredet. Oft wurde in kleinen Gruppen beredet, was man z.B. unter „hoffnungslosen Fällen“ versteht oder wie bzw. ob man bei einen hoffnungslosen Fall mit SPFH oder JDH (Jugendhilfedienst) helfen kann. Es wurden Karteikarten mit Problem-Beispielen der Familien - wie z.B. Alkohol-/ Drogen-/ Medikamentensucht, Krankheiten, sozialer Umgebung, Arbeitslosigkeit oder sogar Misshandlung, an eine Tafel geklammert, um eine Übersicht über die Problematik der sozial schwachen Familien zu haben!

 Weiter ausgebreitet wird dieses Thema in der Einrichtung „Werkstadt Solidarität“, welcheüber 10 Jahre besteht. Angesprochen werden hier Kinder und Jugendliche von 1-18 Jahren.  Die Teilnehmer waren der Meinung, dass dies ein wichtiges Thema sei.

 

   

     
     
Kimia, Ann-Kathrin    
     

„Hoffnungslose Fälle“?!

Chancen und Grenzen in der Arbeit mit Multiproblemfamilien:

Der Begriff „Multiproblemfamilie“ bewertet die Familien. Viele Leute denken, die Familien seien eine abgegrenzte Kategorie. Dies stimmt nicht. Wie der Name sagt, haben diese Familien viele Probleme.

Sie sind meist sozial sehr schwach und haben wenig Geld. Sie sind materiell mager ausgestattet und haben nicht selten Suchtprobleme.

Sie hatten oft keine gute Bildung.

Ihre Probleme werden oft durch ihre Partnerkonflikte, teilweise Gewaltexzesse, Entwicklungsrückstände, Arbeitslosigkeit, Wohnungs- und Mietprobleme, begleitet von Verschuldungen, verstärkt.

Der Sozialstatus sinkt mit dem Steigen der Probleme.

Die Konfliktbewältigung wird oftmals sozial vererbt. Die Multiproblemfamilien lösen ihre Probleme oft nicht sachlich und durchdacht, da sich oft bei Gesprächen mit Helfern Hilflosigkeit oder Überforderungen offenbaren.

Die Problemfamilien lehnen nach solchen Ereignissen oftmals die Arbeit ab oder zeigen keine Bereitschaft mehr.

Bei der Arbeit mit den Problemfamilien muss man ein Konzept vor Augen haben. Man muss seine Strategie auf die Familien abpassen, um ihnen wirkungsvolle Hilfe anbieten zu können.

Man muss das Lebensumfeld genau studieren können und seine Hilfe gut durchdenken.

Dies setzt voraus, dass die Helfer hoch qualifiziert und professionell sind.

Ressourcenorientierung

Im Vordergrund der Arbeit stehen:

- Fähigkeiten

- Stärken

- Kompetenzen

der Familienmitglieder.

Niedrigschwelliges Angebot:

Es gibt oft viele „Gründe“, um ein Angebot nicht anzunehmen. Manchmal fühlen sich Familien in anderen Beratungsangeboten oft unwohl.

Angst vor Veränderung:

Vor den Familien steht eine Veränderung ihres Lebens. Um ihnen die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen, vermittelt man ihnen das Bild einer positiven Zukunftsperspektive.

Qualifikationen:

Den Fachkräften werden hohe Anforderungen abverlangt. Sie müssen hochqualifiziert sein und in vielen Bereichen professionell arbeiten können. Man möchte so die Gefahr unterbinden, dass die Familienhelfer emotional und privat in das der Familien hineingeraten.

Unvoreingenommenheit:

Um die Familien zu stärken, muss man neutral und professionell an ihre Probleme herangehen. Man muss Distanz zu den Familien halten. Man darf seine begrenzten Möglichkeiten nicht überschreiten oder sich von seinen Emotionen leiten lassen.

Erreichbarkeit:

Die Familien müssen den Willen zeigen, sich helfen lassen zu wollen. Wenn die Familien sich gegen Vorschläge oder Hilfe wehren, kann ihnen nicht geholfen werden. Besonders in Krisensituationen müssen sie Ruhe behalten und Hilfe in Anspruch nehmen.

Indikation zur Zusammenarbeit:

Die Familien müssen die Bereitschaft zeigen, Hilfe anzunehmen.

Sie müssen Vorschläge annehmen und umsetzen wollen.

Außerdem muss der Familienhelfer Potential zur Verbesserung in den Familien sehen.

Dieser Beitrg entstand in Anlehnung an das Workbook.

Diana

22.02.2006
AG 03